Sonderausstellung zu Napoleon Ende auf St. Helena und der Geburt einer Legende

Veröffentlicht in Ausstellungen | Kunst

Die diesjährige Sonderausstellung im Napoleonmuseum Arenenberg geht anlässlich des 200-sten Todesjahres Napoleons I. und des weltweit begangenen Année Napoléon 2021 der Frage nach, wie Napoleon selbst und vor allem dessen Nachfahren seine Lebensgeschichte bewusst zur Legende geformt haben – in seinen letzten Jahren auf St. Helena und dann vor allem durch Hortense de Beauharnais in ihrem Exil auf dem Thurgauer Arenenberg. Diese Legende sollte ihn lange, in vielen Teilen sogar bis heute, überleben und das Bild des ehemaligen französischen Kaisers prägen.

Hauptattraktion der Ausstellung ist die sogenannte «crypte» (Krypta). In diesem Raum im Prinzenflügel nimmt eine Art gläserner Sarkophag die kostbaren Ausstellungsstücke rund um den Tod und die Legende Napoleons auf. Einer der Höhepunkte: das Feldbett, in dem Napoleon gestorben sein soll. Ausserdem finden sich im Glas-Sarkophag eine Vielzahl der damals wie Reliquien verehrten Andenken an den General Buonaparte (nach dem Willen der Siegermächte durfte er nur noch so genannt werden) und sein eintöniges Leben und Sterben im Exil – ganz ähnlich, wie sie Hortense einst in speziellen Vitrinenschränken präsentierte. Sie hatte nämlich bereits ihr eigenes «Napoleonmuseum» eingerichtet, lange bevor das heutige Museum gestiftet wurde.
 0510 NAP Sterbe Feldbett im Ausstellungsraum Petra Reinma llerSterbe-Feldbett im Ausstellungsraum Foto Petra Reinmöller
Das auf Arenenberg sonst ausgestellte dramatische Ölgemälde vom Moment des kaiserlichen Todes (Tod Napoleons I. auf Sankt Helena, Carl von Steuben) wurde aus Verbundenheit nach Frankreich ausgeliehen. Das Original wird durch eine um ein Vielfaches vergrösserte Kopie ersetzt, die dem Besucher ermöglicht, illusionistisch in den Raum des Geschehens zu treten und alle Details zu studieren - bis zum Ornament der Tapete. Eine Besonderheit stellt zudem die Inszenierung des Napoleongrabs im Schlosspark dar. Dazu wurde eine schmucklose, mit grossem N beschriftete Grabplatte aus Rorschacher Sandstein gesetzt und – so wie auf Sankt Helena – in unmittelbarer Nähe eine Babylonische Weide gepflanzt.

«1821 Napoleons Ende: St. Helena, Arenenberg und die Geburt einer Legende»
Sonderausstellung von Mo 10. Mai bis So 24. Oktober 2021 auf dem Arenenberg in Salenstein
Die Ausstellung des Napoleonmuseums Thurgau 2021 ist die einzige im deutschsprachigen Raum während des Jubiläumsjahres und Teil eines internationalen Kooperationsprojektes, an dem sich derzeit mehr als 30 Museen, Archive und Institutionen beteiligen. sie. Koordiniert wird es von der Fondation Napoléon, Paris.
0510 NAP Christina Egli Dominik Ga gel Eliane Huber Petra Reinma llerDie Verantwortlichen der Sonderausstellung (v.l.) Christina Egli (Stv. Museumsdirektorin), Dominik Gügel (Museumsdirektor) und Eliane Huber (Ausstellungsszenografin) Foto Petra Reinmöller
Auch wenn er nie am Bodensee war, übte Napoleon entscheidenden Einfluss auf die (politische) Entwicklung in der Region aus. Während der «Napoleonischen Kriege» fanden blutige Kampfhandlungen statt, unter denen die Bevölkerung massiv gelitten hatte. Gleichzeitig entstanden entlang des Rheins die auch heute noch geltenden verwirrenden Grenzverläufe, die durch das Versagen der Verantwortlichen zementiert wurden. Entwicklungen, die völlig in Vergessenheit gerieten und nun wieder beleuchtet werden.


Weitere Informationen zur Ausstellung unter https://napoleonmuseum.tg.ch



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